Marlin de Haan
Weitere Infos unter: https://www.urbanekuensteruhr.de/ausstellung/erfinden
Booklet zur Ausstellung: https://www.urbanekuensteruhr.de/publikationen/erfinden
Für „Practising Apocalypse“ beschäftigte sich Marlin de Haan mit dem Belegungsversuch im Dortmunder Sonnenbunker im Juni 1964: 144 Freiwillige probten, begleitet von Ärzt:innen, Betreuer:innen und Journalist:innen, sechs Tage lang im ABC-sicher aufgerüsteten Weltkriegsbunker die Versorgung sowie die physiologischen und sozialen Reaktionen im Fall eines Atomwaffenangriffs. Der von der Presse begleitete Aufenthalt glich einem gemeinsamen Abenteuer, der Auszug einem Volksfest, welches auf eine Demonstration von Atomkraft-Gegner:innen bzw. Friedensaktionist:innen traf. Das Experiment blieb einmalig, löste aber eine große Neugier über die Verhaltensweisen der Proband*innen aus und befeuerte damals die mediale Debatte über die Schutzmaßnahmen im Falle eines Atomkriegs. Presseberichte, Zeitzeug:innen-Interviews und die medizinische und psychologische Auswertung des Belegungsversuchs legen Szenarien der Selbst- und Fremdinszenierung, des Feierns und Ausgeliefertseins, von Langeweile und Banalität offen, die in Text und Bewegung von fünf Performer:innen als Chor umgesetzt werden. Im Rahmen der Ausstellung „Zwischen Erfinden und Erfassen“ (Urbane Künste Ruhr 2025) bespielte dieser Chor zwischen architektonischen Prestige-Objekten, gescheiterten Bauvorhaben, Ausgrabungsstätten, Wohnhäusern, Kirchen und Kulturinstitutionen sowie in Interaktion mit Passant:innen den öffentlichen Raum im Duisburger Innenhafen.
































